FriseureinrichtungFriseureinrichtung

Gehen wir einmal davon aus, dass die Standortanalyse für Ihren Salon erstellt, alle Anträge bewilligt, die Finanzierung gesichert und wichtige vorbauliche Maßnahmen abgeschlossen sind, und steigen direkt ein, welche Überlegungen zu der für Sie optimalen Friseureinrichtung führen.

Schritt 1: Teilen Sie Ihre Räumlichkeiten geschickt auf

Wenn Sie ein Ladenlokal anmieten, haben Sie gewisse Möglichkeiten, die Räumlichkeiten nach Ihrem Bedarf aufzuteilen. Unbedingt vorhanden sein müssen ein Kunden-WC und eine Toilette sowie ein Pausenraum für die Mitarbeiter. Ein Umkleideraum ist schon weniger wichtig, und eine Küchenzeile mit Waschmaschine und Trockner kann auch im Aufenthaltsraum integriert sein. Ein wesentlicher Faktor ist die Position der Waschtische, denn in einem Coiffeur-Salon wird viel mit Wasser gearbeitet, das zu- und vor allem wieder abgeführt werden muss, wofür Sie ausreichend dimensionierte Leitungen brauchen, die nicht überall verlaufen können. Oftmals sind die Waschbecken und die Frisierplätze separiert. Die Kunden brauchen einen Platz, an dem sie entspannen können und nicht exponiert sitzen. Ein Passant draußen sollte allerdings schon sehen können, dass im Laden Betrieb und nicht gähnende Leere herrscht, damit er einen Anreiz bekommt einzutreten. So könnten Sie beispielsweise Ihren Thekenbereich oder die Garderobe so platzieren, dass es auch weniger einsehbare Kundenplätze gibt, sofern sich das in der Räumlichkeit nicht automatisch ergibt. Für die Mitarbeiter ist es wichtig, dass sie genügend Platz rund um die Bedienplätze für ihre grazile Handarbeit haben. Außerdem sollten die Wege zu Arbeitsbereichen, wie Waschplatz oder den Tischen, an denen Pflegeprodukte zubereitet werden, nicht zu lang sein.


Schritt 2: Wählen Sie langlebige pflegeleichte Materialien

Friseurstühle, Waschtische, Verkaufstheke, Tische und vor allem die Bodenbeläge in einem Salon werden jeden Tag intensiv genutzt. Deshalb sollten Sie Materialien wählen, die nicht so schnell Abnutzungserscheinungen an strapazierten Stellen zeigen. Gute Qualität ist die wichtigste Voraussetzung, dann mag auch ein Möbelstück mit „Schnörkeln“, wie es bei einigen Stilrichtungen der Fall ist, lange Zeit gut aussehen. Trotzdem sollten Sie auf Pflegeleichtigkeit achten, und da lässt sich eine glatte Fläche einfach schneller, leichter und besser reinigen als eine strukturierte. Das gilt insbesondere für den Boden: Über ihn laufen täglich viele Füße, auf ihm werden Stühle hin- und herbewegt, rund um die Sitzplätze wird er intensiver als an anderen Stellen benutzt. Ständig müssen feine Haare weggefegt werden. Und die Mitarbeiter müssen den ganzen Tag auf ihm stehen. Schon aufgrund der Haare ist ein Teppichboden sicherlich nicht die beste Wahl – allenfalls noch für den Wartebereich. Fliesen sind zwar pflegeleicht, aber ein zu harter Untergrund für 8-stündiges Stehen. Außerdem dämpfen Fliesen nicht die Lautstärke, die sich automatisch durch die Arbeitsgeräte ergibt. Auch für die Gespräche ist eine lärmmildernde Umgebung angenehmer und schafft mehr Privatsphäre – was natürlich nicht allein durch die Wahl des Bodenbelags geschieht. Laminat ist eine gute Variante: Es ist weicher als Stein, unempfindlicher als Holz und noch dazu attraktiv im Design. Achten Sie bitte darauf, dass das Material nicht adhäsiv ist, sonst lassen sich Haare nur schwer entfernen.

Textilien werden in einem Salon kaum eingesetzt, vielleicht als raumteilender Vorhang für eine Massagenische oder an den Fenstern als Sonnenschutz. Pflegeleichtigkeit steht obenan.
Die Friseurmöbel sollten unempfindlich gegenüber Flüssigkeiten sein. Am besten ist es, wenn einfaches Abwischen die Möbel säubert. Es ist wichtig, dass die Griffe zum Öffnen oder Schließen einer Schublade oder eines Schrankes sich gut auch nur mit einer Hand bedienen lassen. Sie sollten nicht als Hindernisse in die Arbeitswege ragen, damit sich niemand stößt.
Die Kunden brauchen bequeme Sitze, auf denen sie lange sitzen können, am besten mit Armlehne und verstellbar in der Rückenlehne. Aus Sicht der Mitarbeiter dürfen diese Sitze nicht zu schwer und klobig sein und sollten sich leicht in die passende Arbeitsposition verstellen lassen. Es gibt auch Friseurstühle mit Rollen. Aus Hygienegründen kommen nur pflegeleichte Materialien infrage.


Schritt 3: Bestimmen Sie Ihre Farben für Ihren Friseursalon

Vielleicht haben Sie ja bereits festgelegte Firmenfarben, also ein Corporate Design, so dass diese Farben natürlich auch in Ihrem Salon auftauchen sollten. Ansonsten gibt es einige Empfehlungen für die Farbverteilung: Eine helle Decke lässt einen Raum höher und offener erscheinen. Farbige Wände lenken die Aufmerksamkeit in ihre Richtung – ideal um dort Wichtiges zu platzieren, beispielsweise ein Regal mit Verkaufsware wie Haarpflegeprodukte oder ein Poster mit Serviceangeboten. Sind Boden und Wand Ton in Ton, so hebt sich vor allem das Mobiliar davon ab. Ein tendenziell dunkler Boden, möglichst mit Dekor, verleiht dem Raum Atmosphäre. Kühle Farben strahlen Sachlichkeit aus: Blau wirkt technisch, Schwarz wirkt edel, Grau wirkt puristisch. Warme Farben vermitteln Emotionen: Grün wirkt natürlich, Gelb wirkt heiter, Braun wirkt harmonisch. Aber es kommt auch auf Farbnuancen an und die Kombination mit anderen Farben. So kann Rot einerseits luxuriös wirken, andererseits aber auch frech und modern. Seien Sie vorsichtig mit Trendfarben bei Ihren dauerhaften Einrichtungsgegenständen. Eine Wand hingegen lässt sich schnell mal wieder umstreichen, wenn der Trend vorüber ist. Auch bei den Accessoires dürfen Sie durchaus mit modisch Aktuellem spielen, das im Folgejahr ersetzt wird. So bleibt Ihr Laden interessant und signalisiert Modernität. Wenn Ihr Stil und Ihre Farben eher gedeckt sind, so können Sie mit gezielt eingesetztem Licht für Helligkeit und Atmosphäre sorgen.


Schritt 4: Finden Sie Ihren Stil für Ihre Einrichtung

Die Farbwelt Ihres Salons läuft meist parallel zu Ihrem Möbelstil. Da sind heutzutage viele Richtungen denkbar und umsetzbar, beispielsweise natürlich mit Holz, edel mit Leder, stylisch mit Kunststoff, aber auch alle Varianten und Kombinationen, beispielsweise Altes mit Neuem, Verspieltes mit Schlichtem, Natürliches mit Funktionellem und so weiter. Trauen Sie sich und finden Sie Ihren persönlichen Stil, Ihr Corporate Design. Stellen Sie Ihre Bedarfsliste zusammen, beispielsweise Loungemöbel und Zeitungstisch für den Wartebereich, Friseurstühle und Ablagen, Waschtische, Schränke für Arbeitsutensilien, vor allem Handtücher, Garderobenständer für Kunden und Mitarbeiter, Regale für Verkaufsware, eine Theke mit Kasse, eventuell Zubehör für eine Kinderspielecke, Möbel für den Pausenraum, Klapprahmen für Werbeposter, Utensilien für die Toilettenräume, Accessoires für den Salon sowie Küchenzubehör oder gar eine Büroküche. Auch eine Waschmaschine und ein Trockner gehören aufgrund des hohen Verbrauchs an Handtüchern auf Ihren Wunschzettel.

Hinsichtlich des finanziellen Aufwands ist es ratsam, sich zuvor zu erkundigen, ob sich Ihre Vorstellungen mit Standardelementen umsetzen lassen oder ob Sie Spezialanfertigungen benötigen. Prinzipiell ist alles möglich. In unserem Onlineshop Ladenbau.de beraten wir Sie gern über die Gestaltungsmöglichkeiten. Wir erstellen Komplettangebote und bieten auch Zahlung auf Raten.


Schritt 5: Denken Sie ergonomisch

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter den Friseurstuhl und das Waschbecken in die für sie richtige Arbeitshöhe einstellen können. Achten Sie auch darauf, dass Ihre Kunden während des Frisierens bequem sitzen, schließlich verbringen sie oftmals viel Zeit in Ihrem Salon. Wenn Sie auch Kinder bedienen möchten, brauchen Sie entweder spezielle Stühle oder Stuhlaufleger, damit das Kind sicher sitzt und Ihre Mitarbeiter gut arbeiten können. Bedenken Sie, dass auch Menschen mit Handicap Ihren Salon besuchen können: Dafür sollten der Zugang und der Raum stufenlos sein und die Tür zur Toilette breit genug.  Außerdem sollte sie barrierefrei und behindertengerecht sein mit ausreichender Höhe von WC und Waschtisch sowie Griffen. Zur Ergonomie gehört auch, dass für ausreichende Lüftung gesorgt ist, so dass es nicht zieht. Außerdem müssen Sie für die arbeitstechnisch richtige Ausleuchtung der Arbeitsbereiche sorgen. Für viele der gerade genannten Aspekte gibt es Vorschriften, die Sie bei der Berufsgenossenschaft detailliert erfragen können.


Schritt 6: Schaffen Sie Atmosphäre mit Spiegeln

Vor jedem Kundenplatz brauchen Sie einen Spiegel. Er ist ein notwendiges Ausstattungsstück, mit dem Sie aber auch wunderbar gestalterisch arbeiten können: Spielen Sie mit der Form, wenn Sie jedem Einzelplatz einen Spiegel zuordnen. Passen Sie die Spiegelform sowie den eventuell verwendeten Rahmen Ihrem Möbelstil an. Nutzen Sie eine Spiegelfläche, um Ihren Raum größer wirken zu lassen. Spiegel, ob als Wand- oder als Stehspiegel, können auch an anderen Stellen im Raum Wirkung erzeugen, beispielsweise, wenn wenig Tagelicht hereinkommt. Spiegel im Regal scheinen die Warenmenge zu verdoppeln. Setzen Sie Licht um Ihre Spiegel gezielt ein, um etwas zu betonen oder die Reflexe wirken zu lassen.


Schritt 7: Sorgen Sie für Helligkeit an den entscheidenden Stellen

Was Sie mit Raumaufteilung, Möbelstil, Farbgebung und Beleuchtung schon erstklassig geschaffen haben, können Sie mit einigen wenigen, aber effektvollen Details noch perfektionieren: Sprechen Sie Ihre Kunden auf allen Sinnen an: Beispielsweise mit sparsam, aber wirkungsvoll platzierter Deko. Das können ein schönes Bildmotiv im schicken Rahmen (gern auch ein Friseurmotiv), eine stilvolle Vase mit Gesteck, ein außergewöhnlich geformter Tisch oder Ständer für Zeitschriften, ein hinterleuchtetes Regal mit Verkaufsware, ein Leuchtrahmen oder eine stylisch gestaltete Wand sein. Wenn Sie echte Pflanzen einsetzen, vergessen Sie nicht, sie zu gießen und ihr ausreichend Licht zu geben. Musik im Hintergrund schafft ein verbindendes Raumgefühl. Passen Sie den Musikstil Ihrer Zielgruppe an, aber vergessen Sie nicht, dass Ihre Mitarbeiter den ganzen Tag bei dieser Musik arbeiten müssen. Abwechslung und Pausen tun ihnen gut.


Schritt 8: Inszenieren Sie Wohlbefinden

Was Sie mit Raumaufteilung, Möbelstil, Farbgebung und Beleuchtung schon erstklassig geschaffen haben, können Sie mit einigen wenigen, aber effektvollen Details noch perfektionieren: Sprechen Sie Ihre Kunden auf allen Sinnen an: Beispielsweise mit sparsam, aber wirkungsvoll platzierter Deko. Das können ein schönes Bildmotiv im schicken Rahmen (gern auch ein Friseurmotiv), eine stilvolle Vase mit Gesteck, ein außergewöhnlich geformter Tisch oder Ständer für Zeitschriften, ein hinterleuchtetes Regal mit Verkaufsware, ein Leuchtrahmen oder eine stylisch gestaltete Wand sein. Wenn Sie echte Pflanzen einsetzen, vergessen Sie nicht, sie zu gießen und ihr ausreichend Licht zu geben. Musik im Hintergrund schafft ein verbindendes Raumgefühl. Passen Sie den Musikstil Ihrer Zielgruppe an, aber vergessen Sie nicht, dass Ihre Mitarbeiter den ganzen Tag bei dieser Musik arbeiten müssen. Abwechslung und Pausen tun ihnen gut.


Schritt 9: Generieren Sie Zusatzverkäufe

Einige Geschäftsmodelle setzen auf die schnelle Bedienung. Bei manchen ist es möglich, Einzelleistungen selbst auszuführen: So kann der Kunde an einer “Fönbar“ mit Fön, Bürsten, Haarsprays, Spiegel und Stehlehne sein Haar selbst trocknen. Viel häufiger ist jedoch ein ausgiebiger Friseurbesuch, bei dem der Kunde während der Wartezeit oder beim Frisieren Zeit hat, auf Zusatzangebote zu achten: Er bemerkt beispielsweise das Poster, das auf besondere Angebote hinweist; die Warenschütte voller Shampoofläschchen; das Paketangebot vor sich auf dem Tisch, das hinterleuchtete Regal mit der Markenlinie seiner Haarpflegeprodukte oder ähnliches. Wichtig ist es, dass Ihr Angebot für den Kunden sichtbar ist, ihm quasi ins Auge fallen muss. Achten Sie daher auf eine geeignete Positionierung und nutzen Sie spezielle Warenträger. Geschickt ist es auch, den Kunden dezent darauf hinzuweisen, dass er seine Lieblingsmarke bei Ihnen kaufen kann oder den Duft des Haarpflegeproduktes, den er gerade schnuppert, auch zuhause haben kann. Die cross-selling-Methode spült zusätzlichen Umsatz in Ihre Kasse. Manche Ladenbesitzer gehen sogar so weit, verwandte Produkte anzubieten: Sie verkaufen beispielsweise Friseurtrockner oder Haarbürsten. Auch Handtaschen oder Schmuck passen ins Repertoire eines Friseurs.  Dafür sollte man jedoch ein Händchen haben, sonst verstauben die Angebote in der Auslage.


Schritt 10: Erwägen Sie Ergänzungsangebote

Unter Umständen ist es für Sie sogar eine Überlegung wert, auch andere ergänzende Dienstleistungen anzubieten, um die Attraktivität Ihres Geschäftes zu erhöhen und die Zielgruppe zu vergrößern. Sie könnten beispielsweise Make-up, Fußpflege, Massage oder Wellness anbieten. Voraussetzung ist, dass die Räumlichkeiten groß genug sind und dass Sie geeignete Mitarbeiter haben bzw. einstellen können. Eine ernsthafte Analyse muss zwingend vorausgehen, mit Fragen wie: Wie sind die Mitbewerber aufgestellt? Gibt es eine Zielgruppe in meinem Einzugsbereich? Kann ich die personellen Kapazitäten stellen und bezahlen? Wann rechnet sich die finanzielle Investition etwa in Maniküretische, Massageliegen oder Fußpflegegeräte? Passt die Geschäftsidee zu meinem Geschäftsmodell? Finde ich geeignete Lieferanten?


Fazit:

Wenn man in eine Friseureinrichtung investieren möchte, sollte man keine halben Sachen machen: Entwickeln Sie ein Konzept zu Formen, Farben und zum Stil. Denken Sie nicht nur an Ästhetik, sondern vor allem an Funktionalität. Die Einrichtung sollte Ihren Mitarbeiter bei der Arbeit dienlich sein, sich leicht reinigen lassen und langlebig sein. Gleichzeitig sollen sich Ihre Kunden wohlfühlen und gegebenenfalls auf Zusatzangebote aufmerksam werden und sie nutzen.

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