Wege im Einzelhandelsgeschäft – so läuft der Kunde

Wege im Einzelhandelsgeschäft – so läuft der Kunde

Sie betreiben ein Einzelhandelsgeschäft und möchten sich deutlich von Ihren Mitbewerbern abheben? Dazu sollten Sie nicht nur die Bedürfnisse Ihrer Kunden kennen, sondern auch deren Laufwege. Lenken Sie Ihre Kunden mit einem gut strukturierten und ausgeklügelten Ladenbausystem durch Ihr Ladenlokal. Das steigert nicht nur den Umsatz, sondern macht das Einkaufen in Ihrem Laden zum Erlebnis.

Die Verbindung aller Abteilungen durch Haupt- und Nebenwege ermöglicht Ihren Kunden einen entspannten Einkauf. Elementar sind hier Breite, Größe und Gestaltung der einzelnen Verbindungswege. Die leichte Zugänglichkeit zu den von Ihnen angebotenen Produkten sowie deren leichte Erschließung ist ein Garant für die Zufriedenheit Ihrer Kunden. Ruheflächen und genügend Freiraum sorgen für Wohlfühlatmosphäre in Ihrem Ladengeschäft. Vermeiden Sie in jedem Fall Engpässe in Ihrem Ladenlokal.

Die Gestaltung von reinen Aufenthaltswegen und verschiedenen Ruhezonen erhöhen die Qualität des Aufenthaltes Ihrer Käuferschaft. Angrenzende Flächen sollten daher attraktiv und inspirierend gestaltet werden. Vermitteln Ihre Ruheflächen zudem Wohnlichkeit, möchten Ihre Kunden auch in gestressten Momenten verweilen.

Knotenpunkte und Wegkreuzungen, die bewusst geplant wurden, dienen nicht nur zur besseren Orientierung. Sie versprechen einen deutlichen Mehrverkauf durch Bedürfnisanregung.

Innendesign im Einzelhandel: Die Zielgruppe bestimmt das Ladendesign und die Laufwege

Das Design Ihres Geschäftes und die Gestaltung der Laufwege sollten den Bedürfnissen Ihrer Kunden angepasst sein. Funktionelle Ansprüche an Ruhezonen und deren Mobiliar sollten mehr und mehr den emotionalen Vorstellungen Ihrer Zielgruppe entsprechen. Dabei sollte das eigene und idealisierte Wohnumfeld Ihrer Kunden Beachtung finden. Ein Kunde, der sich wohlfühlt, kauft nicht nur gerne, sondern auch mehr.

Breite Gänge, Kaffee- und Teebars, Lese- und Inspirationsecken sowie kreative Umkleidekabinen und Sanitäreinrichtungen, erhöhen die Kundenfrequenz. Ein Umfeld mit Wohlfühlatmosphäre bedarf natürlich auch der richtigen Beleuchtung, Farb- und Geruchsgestaltung.

Schaffen Sie für Ihre Kunden Möglichkeiten Ihre Produkte anzufassen und zu erleben. Erzeugen Sie dadurch Emotionen und überwinden Sie die Hürden der rationalen Kaufentscheidung. Informieren Sie Ihre Kunden und klären Sie Ihre Kunden bereits im Verkaufsraum über sich und Ihren Unternehmenshintergrund auf. Andere emotionale Themen wie Selbstverständnis, Produktherkunft und -zusammensetzung sowie Mitarbeiterführung sollten ebenso informierend in den Laufwegen Ihrer Kunden versteckt sein.

Art der Raumerschließung entscheiden für die Laufwege Ihrer Kunden

Die Art der Raumerschließung ist das entscheidende Kriterium für die Laufwege Ihrer Kunden. Entscheiden Sie sich zwischen:

  • Schleifenführung (Supermärkte)
  • Kundenleitsystem (Verbraucher- und Baumärkte)
  • Easy Shopping (Elektronikmärkte)
  • Arena Prinzip mit verschiedenen Produktwelten (Modemärkte)
  • Magnetplatzierung bestimmter Warengruppen und/oder Dienstleistungen (Gartencenter und Supermärkte)
  • Zwangsführung (Möbelhäuser)

Je nach Angebot- und Sortiment können Sie die Laufwege Ihrer Kunden aktiv steuern. Aber Achtung hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Zwangsführung, wie sie beispielsweise in Möbelhäusern praktiziert wird, ist für ein kleines Ladenlokal nicht unbedingt geeignet.

Anordnung des Sortiments

Eine weitere elementare Rolle bei der Laufwegsplanung spielt die Anordnung Ihres Sortiments. Magnetsortimente sollten ganz bewusst eingesetzt und platziert werden, wobei die Ablauflogik keinesfalls das optische Gesamterscheinungsbild zerstören sollte. Thekenflächen und hochwertige Pflanzenbereiche eignen sich perfekt für Magnetsortimente, sollten jedoch keinesfalls von ihnen dominiert werden.

Magnetsortimente glänzen durch überdurchschnittliche Umschlagshäufigkeit. Das Sortiment sollte sich der Thematik fügen und in genau dieser Art und Weise dargestellt werden. Beispielsweise kann auf Größensortierungen nach Warengruppen verzichtet werden, denn die Darstellung von Outfits nach Anlässen weist eine wesentlich höhere Lauffrequenz auf, als die Größensortierung nach Warengruppen.

Ladenbau und dessen regelmäßige Umgestaltung sowie die aktive und saisonale Gestaltung des Kaufumfelds gelten als ganz entscheidendes Kaufelement.

Fazit

Der Kunde läuft seine Wege im Ladengeschäft immer häufiger nach Idealbildern ab. Dieses muss nicht nur seinem Lebensumfeld entsprechen, sondern auch seinen persönlichen Bedürfnissen an das Leben. Man spricht in diesem Fällen nicht umsonst vom öffentlichen Wohnzimmer.

Die Optik des Ladenbaus, bestimmt zunehmend die Laufwege Ihrer Kunden.


 

Quellen:

IHK Magazin Ausgabe 3/11

 

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